Was Nulleinspeisung bedeutet
Bei Nulleinspeisung misst ein Zähler am Netzanschlusspunkt permanent den Leistungsfluss. Sobald Überschuss droht, regelt der Wechselrichter seine Ausgangsleistung herunter. Es fließt also kein Strom ins öffentliche Netz – die überschüssige Energie wird schlicht nicht erzeugt.
Wann ist das sinnvoll?
- Der Netzbetreiber genehmigt keine oder nur eine reduzierte Einspeisung.
- Ein Netzausbau wäre erforderlich und unverhältnismäßig teuer.
- Steuerliche oder vertragliche Gründe sprechen gegen eine Einspeisevergütung.
- Sonderfälle wie Inselanlagen ohne Netzanschluss.
Wirtschaftliche Folgen
Ohne Einspeisung fällt der Vergütungserlös weg. Bei einem Haushalt mit 30 % Eigenverbrauch bedeutet das: 70 % der Erzeugung bleiben ungenutzt. Rechnerisch verliert eine 10-kWp-Anlage damit rund 500 bis 600 € Erlös pro Jahr. Sinnvoll wird Nulleinspeisung deshalb vor allem in Verbindung mit hohem Eigenverbrauch, Speicher und steuerbaren Verbrauchern.
| Betriebsart | Netzstrom ersetzt | Einspeiseerlös | Typischer Anwendungsfall |
|---|---|---|---|
| Überschusseinspeisung | ja | ja | Standard im Einfamilienhaus |
| Volleinspeisung | nein | ja (höherer Satz) | große Dächer ohne Verbrauch |
| Nulleinspeisung | ja | nein | Netzanschluss begrenzt |
| Inselanlage | kein Netzanschluss | nein | Hütten, abgelegene Gebäude |
Technische Umsetzung
- 1Messung am Netzanschlusspunkt mit schnellem Energiezähler.
- 2Wechselrichter mit Regelfunktion und passender Schnittstelle.
- 3Speicher und steuerbare Verbraucher, um Überschuss zu nutzen statt abzuregeln.
- 4Dokumentation der Regelung für den Netzbetreiber.

